Gueliz – Marrakeschs modernes Gesicht

 

Die meisten, die zum ersten- oder zweiten Mal in Marrakesch sind, konzentrieren sich in ihrer Entdeckungslust auf die Medina. Klar, sie ist das Herz der Stadt, der Souk rund um den Place Jemaa el Fna mit seinem Gassenlabyrinth eine intensive und unvergessliche Attacke auf alle Sinne. Ganz anders, aber genauso spannend ist das moderne Marrakesch, die Neustadt. Mit dem Villen-Viertel Hivernage, in dem es auch etliche Luxushotels, edle Restaurants und angesagte Clubs gibt. Etwas außerhalb: La Palmeraie, ebenfalls eine Wohngegend für wohlhabende Marokkaner, deren elegante Häuser sich zwischen rund 100000 Palmen verstecken. Wer zuschauen will, wie und wo sich Marrakeschs Jeunesse d’orée und deren Finanziers amüsieren, schaut mal am hiesigen Golfclub vorbei oder im Beachclub  Nikki Beach, der natürlich keinen wirklichen Strand hat, aber einen großen Pool, mehrere Bars, ein Restaurant und cool gestylte Kellner, die die Champagner-Kübel zu den weißen, dick gepolsterten Liegen tragen. Richtig interessant ist der Stadtteil Gueliz, der in den 1920-er Jahren von den französischen Besatzern sternförmig rund um den Platz des 16. Novembers angelegt wurde. Am besten, man schlendert von der Medina aus die lange Avenue Mohamed VI hoch, eine großzügige Promenade mit einem parkartig begrünten Mittelstreifen, schicken und nicht ganz so schicken Geschäften, Restaurants und Cafés. Zwei Abstecher, die sich lohnen: zum Hauptbahnhof mit seiner eindrucksvollen modernen arabischen Architektur und zum Théatre Royal, das man tagsüber besichtigen kann. Und dann ist man wirklich drin in Gueliz, wo die vorwiegend jungen, eher begüterten, sehr westlich orientierten marokkanischen Männer und Frauen arbeiten, shoppen, tafeln und feiern.

 

Unsere Lieblings-Adressen:

Restaurant PATRON DE LA MER

Das großstädtische, elegante Restaurant im opulenten Art-Deco-Stil gehört zum (ebenfalls sehr schicken) 2Ciels Boutique Hotel & Spa und ist der richtige Platz, wenn man – auch mal in größerer Runde – schön ausgehen will. Und Fisch mag. Marrakesch ist normalerweise nicht der ideale Platz für Seafood-Fans, aber hier ist alles sehr appetitlich angerichtet und fein abgeschmeckt. Uns gefällt es am besten in der zugehörigen Bar, wo zu den feinen Drinks herrliche kleine Tapas gereicht werden. (Oued el Makhazine St, Ecke Imam Chafai St, www.2ciels.com oder www.patrondelamer.com)

 

Galerie SINYA

Die zeitgenössische Galerie vertritt interessante marokkanische und internationale Künstlern. Bis Ende Juni 2017 läuft noch die Ausstellung „Borderline“ mit Photographien von Alia Ali – Gestalten verhüllt in traditionellen Stoffen und Kostümen. (28, rue Tarik Ibn Ziad, Gueliz)

 

Restaurant LE PETIT CORNICHON

Dunkelblau und Gelb sind die Farben, die in diesem stilsicher und luftig dekorierten, modernen Restaurant dominieren. An die Tische kommt köstliche, zeitgemäß interpretierte französischen Küche und wer Glück hat, erwischt einen Platz auf der kleinen Terrasse. (www.lepetitcornichon.ma, Rue Moulay Ali, Gueliz)

 

Restaurant ASSOCIATION AMAL

Lecker essen und Gutes tun! Die Association Amal ist eine Institution. In dieser großartigen Einrichtung wird jungen, arbeitslosen Frauen die Möglichkeit gegeben, im zugehörigen Restaurant alles über Kochen, Service und Restauration zu lernen, um dann auf dem Arbeitsmarkt wieder eine Chance zu haben. Das Restaurant hat nur mittags geöffnet und wenn es nicht allzu heiß ist, sitzt man herrlich im Innenhof. Bester Tag ist Freitag, da gibt es köstliche Tagines. (Rue Allal Ben Ahmed et Rue Ibn Sina, Gueliz, www.amalnonprofit.org)

 

Boutique KAFTAN QUEEN

Schöner Laden in einer Passage zwischen Gallerien und anderen lokalen Designern. Das kleine Fashion-Label Kaftan Queen verkauft – man ahnt es – vorwiegend Kaftane, aber die sind richtig schick und modern interpretiert, so dass man sich darin kein bisschen verkleidet vorkommt. Außerdem gibt es Handtaschen, Gürtel, hübsche Babouchen (Pantöffelchen) und weitere Outfits im trendigem Boho-Style. 90 % aller Produkte werden im hauseigenen Atelier von Hand gefertigt. (61 Rue Yougouslavie, Passage Ghandouri Magazin N41, Gueliz, www.kaftanqueen.store)

 

Boutique AKBAR DELIGHTS

Ableger dieses Stores gibt es auch  im Hotel La Mamounia und in der Medina, aber der Laden in Gueliz ist besonders nett. Allein die Einrichtung macht richtig Freude: ein phantasievoller marokkanischer Mix mit stylishem, coolem Twist. Zu kaufen gibt es eine geschmackssichere Auswahl an Spiegel, Lampen, Vasen etc., aber vor allem in Indien und Marokko bestickte Kissen und Kleidung. Für die Blusen, Jacken und Mäntel werden moderne Stoffe, teilweise in wildem Farbmix mit traditioneller Stickerei kombiniert. (Rue des Vieux Marrakchis, Gueliz, www.akbardelightscollections.com)

 

Boutique 33 RUE MAJORELLE

Ein Besuch des von Yves Saint Laurent gestalteten Jardin Majorelle ist ein fixer Programmpunkt bei jedem Marrakesch-Trip. Zu recht. Schöner als zwischen dem gepflegten Dschungel-Grün der Pflanzen kann das typische Blau auf Objekten, Amphoren, Geländern, Wänden nicht leuchten. Gleich gegenüber dem Eingang liegt dieser edle Concept Store, der anspruchsvolles, modernes Designaus Marokko anbietet: Deko-Artikel, Mode, Accessoires. Preiswert ist hier nichts, aber einfach richtig, richtig schön. (Eingang: Rue Yves Saint-Laurent)

 

BAB HOTEL
Urbaner Luxus ganz in Weiß, dazu eine Menge Kunst und puristisches Design: Das 4-Sterne-Boutique-Hotel passt perfekt ins trendige Gueliz. Die Zimmer punkten mit herrlich angenehmen Betten, schickem Interieur, glänzenden Holzfußböden und stylischen Bädern. Im Restaurant, das gehobene französische Küche anbietet, findet jeder seinen Lieblingsplatz: im Innenhof, in der Kaminecke oder in der Bibliothek. Zum Hotel gehört auch ein Spa, das traditionelle marokkanische Ingredienzien wie Arganöl und Honig verwendet. Und wer den Abend unterm Sternenhimmel ausklingen lassen möchte, ist in der Skybar im 6. Stock richtig. (DZ ab 80 Euro, Suite ab 100, Ecke Bd Mansour Eddahbi und Rue Mohamed El Beqqal Marrakech, www.babhotelmarrakech.ma)

 

Extra-Tipp:

LE PARADIS DU SAFRAN

 

LE PARADIS DU SAFRAN

 

Wenn man zu ANIMA, dem traumhaften Skulpturen-Park von André Heller fährt, sollte man unbedingt einen Besuch, am besten ein Mittagessen im PARADIS DU SAFRAN einplanen, das nur ein paar Kilometer entfernt ist. Die Farm liegt bei km 31 auf der Route d’Ourika (aus Marrakesch kommend).

 

Die Schweizerin Christine Ferrari hat mit ihrer Safran-Farm etwas geschaffen, das dem viel bemühten Begriff Paradies tatsächlich nahe kommt. In der wunderschönen Anlagen wächst nicht nur Safran, sonders alles, was man sich überhaupt vorstellen kann: Gemüse, Früchte, Kräuter. Dazwischen stolzieren mehrere Pfauen und über allem schwebt der zauberhafte Duft der üppig blühenden Rosen. Das Mittagessen – europäisch-marrokanische Fusion-Küche – ist wirklich fantastisch. Und wer mag, kann sich für Zuhause mit kulinarischen und anderen Souvenirs eindecken: hochwertigster Safran natürlich, aber auch Kräuter, Tees, Öle und hübsche Deko-Artikel. (Dienstags geschlossen, Tel. +212-6 28 79 69 79, unbedingt vorher reservieren,  km 31, Route d’Ourika, Douar Takaterete, Ait Touchente, Ourika,  www.paradis-du-safran.com)

 

Mit personalisiertem Patch ist das Smartphone immer dabei, hier meistens für die Fotos 😉

2017-05-17T08:35:21+00:00 15.05.2017|Art, City Trip, Essen & Trinken, Inspiration & Ideen, On the Road|

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